Mittwoch, 4. Mai 2011

Skansis - Leaving You (CD Review)


SKANSIS - Leaving You

Ich klicke den Play Button auf meinem iPhone und die zur Verfügung gestellte digitale Version des kommenden Albums beginnt sich in meinem Gehörgang breit zu machen. Die ersten Takte nehme ich noch bewusst wahr ..... Was schon fertig? Was habe ich jetzt gehört? Irgendwie hat sich mein Hirn keinen gespielten Ton gemerkt und nichts ist hängengeblieben.
Und jetzt fängt mein Dilemma an. Da stellt mir die Ariane liebenswürdigerweise die Songs zur Bemusterung zur Verfügung und die Scheibe vermittelt auf den ersten Augenblick weder einen Wow-Effekt noch entlockt es ein Kribblen im Nacken.
"Die müssen live viel rockiger sein", denke ich mir und drücke nochmals den Play Knopf. Als auch nach dem zweiten Durchlauf keine Ecken und Kanten hörbar sind, schüttle ich den Kopf. "Ich muss mir die Scheibe konzentrierter anhören, sonst wird das nichts Roger."
Irgendwie hatte ich die Take Your Chance-CD abwechslungsreicher in Erinnerung, als die neue brave, mainstreamigere Scheibe. Ich lächle beim Gedanken an den Killersong Dangermind vom letzen Longplayer aus dem Jahre 2007.

Es fehlen mir die Variationen in den Songstrukturen. Es kommt im ersten Augenblick alles gleich daher. Alle Instrumente verstecken sich in der Masse der Töne, anstatt mal auszubrechen, es rauszuschreien, leise, laut, egal wie. Ich bin ja nicht der Techniker aber liegt das am Mischen? Wo sind die vorwärtstreibenden Drums, die wummernde Gitarre, die kreischende oder auch mal leise Stimme des Sängers oder das abartige Gitarrensolo?

Aber dann, allmählich und es war mindestens der fünfte Durchgang, als ich mich endlich in mein Innerstes verzog und der CD den nötigen Respekt zollte, offenbarten sich mir die Feinheiten und Finessen der einzelnen Songs. Eingestreute Akkustikgitarren, Shakra-würdige Intros, Gotthard-ähnliche Refrains, die ich schon vom Vorgängeralbum und dem Song Heaven Tonight her kenne. Und spätesten beim vierten Song I Want You entfaltet sich plötzlich dessen Variantenreichtum - hell yeah - knackiger Groove. Und dann traute ich meinen Löffeln nicht mehr. Mein momentaner Favorit und Anspieltipp kommt als Nummer 5 daher und heisst I Want You. Endlich sind meine quitischenden Gitarren hörbar - hell yeah - Shakra und Maxxwell lassen grüssen. Die coole Melodic Rock Nummer kommt als sechste daher und nennt sich Coming Out Ahead. Rock All Night erinnert mich an Gotthard, keine Ahnung wieso. Ich vermute, es liegt am Refraingesang. Beim neunten Song Hear Now lässt nochmals Shakra grüssen. Cooler Rhythmus und Refrain. Song 11 könnte ja noch interessanter sein, wenn die Streicher (es sind doch Streicher?) und die Akkustikgitarre nicht fast in der Musikwand untergehen würden. Darum sage ich ja, es dauert ewig bis einem das Licht aufgeht und man erkennt was alles eingebettet wurde. Sehr Schade.

Fazit:
Es braucht seine Zeit, um das Gespür für die Platte zu entwickeln. Auch wurden in meinen Augen resp Ohren die Songs in eine falsche Reihenfolge gepackt. Es fehlt mir als Power Rock Fan der Staub aufwirbelnde Opener. Aber eben Skansis sind Melodic Hard Rocker. :)
Aber eines verspreche ich, sobald das erste Konzertdatum ansteht, werde ich in der vordersten Reihe stehen und euren Sumiswalder Rockspirit auf meine Rockseele wirken lassen und ich weiss jetzt schon, ich werde es geniessen, weil ihr's einfach drauf habt.
Alles in allem 7/10 Punkten.

Line Up
Reto Reist - Vocals
Beat (Bax) Heiniger - Lead Guitar
Clemens (Menz) Pfister - Bass
Matthias (Matt) Hagmann - Drum




Trackliste (reinhören in alle Songs) (CD vorbestellen)
Recorded at powerride studios, CH-Bärau, mixed by Thom Blunier (Shakra), mastered at msm-studios, D-München, produced by Beat Heiniger)

01 Next To Mine
02 Leaving You
03 Never Walk Alone
04 I Don't Believe You Anymore
05 I Want You
06 Coming Out Ahead
07 Rock All Night
08 Carry On Better
09 Hear Now
10 Just Another Day
11 Back From War
12 Anything

Leider stehen aus Gründen der Rekonvaleszenz momentan keinen Gig-Daten auf den Programm. Von hier aus weiterhin gute Genesung an Baseman Pfister.

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