Mittwoch, 25. Februar 2015

Warner Music entzieht Simfy sein Repertoire

Der deutsche Streaming-Anbieter Simfy, hierzulande die Nummer drei hinter Spotify und Deezer, muss einen harten Schlag einstecken: Songs von Künstlern, die ihre Werke über Warner Music veröffentlichen, stehen aktuell nicht mehr auf der Streaming-Plattform zur Verfügung, wie "WirtschaftsWoche" berichtet.

Warner Music wolle aber vorerst nicht bestätigen, ob es sich nur um eine zeitlich begrenzte Sperre oder eine komplette Abkehr von Simfy handele. Darüber hinaus sind auch die Musikkataloge einiger kleiner Labels derzeit nicht auf Simfy verfügbar.

Im Rennen auf dem rasant wachsenden Streaming-Markt wirft dieser Schritt Simfy weiter zurück. Denn eines der Grundversprechen jedes Streaming-Anbieters lautet, dass Kunden über das Internet für eine pauschale Gebühr die Kataloge so gut wie aller Plattenfirmen und Musikverlage uneingeschränkt und so oft sie wollen abspielen können.

Warner Music beherbergt internationale Größen wie Coldplay, Led Zeppelin, Ed Sheeran oder Pink Floyd. Das New Yorker Major Label setzte im Geschäftsjahr 2013/2014 3,01 Milliarden US-Dollar um, wobei digitale Dienste wie Streaming bereits mehr als ein Drittel der Umsätze ausmacht – Tendenz steigend.

Simfy benachrichtigte indes seine Kunden, dass sich "Ende Januar leider einige lizenzrechtliche Änderungen ergeben" hätten und "viele Titel derzeit nicht verfügbar" seien. Man habe jedoch die Hoffnung, bald wieder alle Songs anbieten zu können.

Streaming zwischen Boom und Boykott

Wenngleich sich Musik-Streaming bei Konsumenten stetig wachsender Beliebtheit erfreut, so wird von Künstlerseite auch immer wieder Kritik an diesem Geschäftsmodell laut. Besonders die Vergütung der Interpreten aus den Flatrate-Abonnements bzw. dem werbefinanzierten kostenlosen Zugriff der User stellt ein Streitthema dar.

Vergangenen Herbst ließen beispielsweise Taylor Swift und ihr Label Big Machine sämtliche Songs der US-Sängerin von Spotify entfernen. Auch andere Künstler, darunter Thom York, Herbert Grönemeyer, Farin Urlaub und Talking-Heads-Frontmann David Byrne, sehen ihre Musik unter Wert verkauft. Das deutsche Elektro-Pop-Duo Tubbe stellte kürzlich im "musikmarkt"-Interview fest: "Wenn man nicht Rihanna ist, ist Streaming unfair."

(via Musikmarkt)
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